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Gutschein für einen neuen Erdenbürger
Für einen neuen Erdenbürger gibt es für Stadtwerke-Kunden einen Gutschein für Strom aus Wasserkraft im Wert von 15 €. Einzulösen im Service-Center Stadtwerke, Fürst-Wilhelm-Str.15, 72488 Sigmaringen.
Geschichte
Seit 01.01.1991 gehört auch das städtische Freibad in den Aufgabenbereich der Stadtwerke.
Im folgenden soll ein kurzer Abriß über die Geschichte des Bade- und im besonderen über das Freibadewesen gegeben werden.
Nach Aufzeichnungen des verstorbenen Maxemilian Schaitel traten Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einflußreiche Persönlichkeiten mit dem Gedanken an die Öffentlichkeit, daß Sigmaringen durch seine klimatische und landschaftliche Lage geeignet wäre, zu einem Kurort ausgebaut zu werden. Dies fördere den Fremdenverkehr und auch der Handel und das Gewerbe könne Nutzen daraus ziehen.
Bei einer im "Deutschen Haus" abgehaltenen Versammlung wurde die Gründung einer Aktiengesellschaft und den Bau eines Floßes mit acht Badekabinen, das unterhalb des Donauwehrs verankert werden sollte, beschlossen. Ferner sollte von der Stadtverwaltung das ehemalige Spital an der Brenzkoferstraße erworben werden. Dort sollten im Erdgeschoß Dusch- und Wannenbäder eingebaut werden, während im ersten Stock des Hauses Gästezimmer eingeplant wurden. Die Kosten für diese Projekt wurden auf 7.000 Gulden veranschlagt. Der Ausschuß legte jedoch 10.000 Gulden als Start- und Betriebskapital fest. Dieser Betrag sollte durch 200 Aktien im Nennwert von je 50 Gulden erbracht werden. Mit huldvollster Genehmigung des Fürsten sollte diese Kaltwasser-Heilanstalt "Carl-Antons-Bad" benannt werden.
Während das Donaubad bereits im Juni 1868 seinen Betrieb aufnahm, scheiterte die Einrichtung des Badehauses am Bürgerkollegium, das dem Verkauf des alten Spitals nicht zustimmte.
Die Einnahmen des ersten Geschäftsjahres im Donaubad beliefen sich gerade auf 336 Gulden und 42 Kreuzer, während die Ausgaben 1615 Gulden betrugen. Und da auch in den folgenden Jahren sehr hohe Abmangelbeträge auftraten, war ein Teil der Aktionäre zu weiteren Investitionen nicht mehr bereit und das 1. Donaubad wurde mit dem Ende der Badesaison 1872 wieder geschlossen. Das übrig gebliebene Inventar wurde im darauf folgenden Jahr versteigert.
Etwa zur gleichen Zeit - in den Jahren 1868/69 - eröffnete der Sigmaringer Kaufmann Franz Miller das "Kiefernadelbad und Kaltwasser-Heilanstalt Donautal", das sich an der Straße von Gorheim nach Sigmaringen (der heutigen Leopoldstraße) befand, wie aus einem Prospekt zu ersehen war und dem wir entnehmen:
"Die Anstalt liegt 1752 preußische Fuß über der Meeresfläche, an einem der schönsten und anmutigsten Punkten des oberen Donautales. Von einem bewaldeten Gebirgsabhang von rauhen Winden vollständig geschützt", "Zur Erheiterung und bildenden Unterhaltung der Kurgäste werden ferner die von Sr. Königl. Hoheit dem Fürsten von Hohenzollern mit großer Lieberalität zur Einsichtsaufgestellten vielen Merkwürdigkeiten und Kunstschätze des Fürstl. Schlosses und die zahlreichen geselligen Vereine und Anstalten der Stadt dienen".
"Außerdem hat Sigmaringen ein Hoftheater, in welchem während der Sommersaison die bekannt gute Schauspiel-Gesellschaft des Direktor Rüthling Vorstellungen gibt". Weitere Hinweise auf die Billigkeit der Kurkosten gegenüber ähnlichen vergleichbaren Anstalten, insbesonderen deren der Schweiz und die Unterrichtung auf die ärztliche Aufsicht der Kur-Anstalt durch den Reg.Med.Rat und Kreisphysikuses Dr. Schwarz, sowie die ärztliche Betreuung durch alle ansässigen Ärzte der Stadt, einschließlich des Fürstl. Leibarztes Hofrath Dr. Koch, während der Anwesenheit der hohen Herrschaften in Sigmaringen.
Auch auf mehrmalige gute Verbindungen zum Bodensee und zur benachbarten Schweiz wird in der Werbeschrift hingewiesen, und..."daß von hier aus schon in drei Tagen eine ausgedehnte Tour in die Schweiz unternommen werden kann." Das Badehaus, in dem kalte und warme Bäder, sowie Kiefernadelbäder verabreicht wurden, hatte einen Kursaal und zwölf Fremdenzimmer. Im Jahre 1972 übergab Franz Miller die Kuranstalt an seinen Sohn Julius, der das Angebot noch um Schwefel-, Sol-, Malz- und Dampfbäder erweiterte.
Im Frühjahr 1884 verkaufte Julius Miller die ganze Anstalt an Johann Hollermayer, der sie wiederum Mitte der neunziger Jahre an seinen Bruder Paul-Peter übergab.
Ende der 80er Jahre wurde im Josefinenstift eine Badegelegenheit eröffnet, so das der Badebetrieb des weiten Weges in die Leopoldstraße merklich nachließ. So war 1895/96 der Traum vom Kurbad ausgeträumt, da zu diesem Zeitpunkt das Anwesen an Mathäus Löhle überging, der darin einen Mehlhandel unterhielt. Ihm folgte ein Ehepaar Weber, das dort eine Wirkerei betrieb. Schließlich ging der Besitz an die Badische Landwirtschaftsbank und 1934 an die Familien Stöhr/Mors über.
Im gleichen Jahr wurde dort eine Jugendherberge für Knaben mit 60 Betten und die Wäscherei Mors eröffnet. In den Kriegsjahren war die "Juhe" ein Durchgangslager der Wehrmacht und nach der Besetzung durch die Franzosen im Jahre 1945 wurden die Räume zunächst vom Finanzamt - das aus der Zollschule ausquartiert wurde - genutzt. Aber schon bald mußten die Räume für französische Soldaten freigemacht werden. Nach dem Auszug der Besatzungsmacht übernahm die Firma Lierenfeld die Räume, die dort mit dem Aufbau ihres Orthopädiegeschäftes begann.
Wurden in früheren Zeiten die Kinder am Samstag in den hölzernen oder blechernen Wäschezubern in den Waschküchen abgeschruppt, den eigenen Badeeinrichtungen gab es für das gewöhnliche Volk bei weitem nicht.
Warme Bäder, wie im 1889 aufgegebenen Kurbad, konnten seit dieser Zeit im Josefinenstift genommen werden. Dafür standen bis 1972, als der Neubau des Altersheimes bezogen wurde, im Anbau des alten Klösterle, in der Badeabteilung sechs Wannen zur Verfügung, die in den letzten Jahrzehnten von Schwester Verena betreut wurden und die sich über Betrieb nicht beklagen konnte.
Rektor Keller berichtete in seinen Aufzeichnungen unter dem Datum 1. März 1925, daß es zu diesem Zeitpunkt im Stadtbereich bereits 50 Gasbadeöfen gegeben habe. Und aus einem vom Verein zur Hebung des Fremden-Verkehrs wohl um das Jahr 1930 herausgegebenen "Führers von Sigmaringen und Umgebung" ist zu entnehmen, daß es in den meisten Hotels und Gasthöfen Bäder gab. Aber auch bei Bäckermeister Raimund Huber in der Leopoldstraße, gegenüber der ehemaligen Kuranstalt, stand seit Mitte der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts ein vollständig, einschließlich der gemauerten Sitzbank und Wanne gekachelter Baderaum zur Verfügung. Als Warmwasserquelle wurde - energiesparend - die Abwärme des Backofens verwendet. Mitte der 50er Jahre unterhielt das Arztehepaar Daikeler bei den Praxisräumen ihres ehemaligen Anwesens Antonstraße 1 Einrichtungen für Guß- und medizinische Bädern. Ebenso im alten Landeskrankenhaus und dem neuen Kreiskrankenhaus. Auch in den Heilpraktiker-Praxen sind teilweise solche vorhanden.
Wenden wir uns wieder den Badeanstalten in und um die Stadt zu, auf die fortschrittliche Bürger - nach diesem oben beschriebenen ersten fünfjährigen Versuch (1868/72) wieder einige Zeit warten mußten.
Seit 1870 gab es nach dem Muster des ersten Bades unterhalb des Wehres die Baurische Badeanstalt, die aus drei Badeflößen bestand. Auf diesem waren Holzhütten aufgebaut, in denen man sich umziehen und in deren Schutz die Badenden über Treppen in die Donau gelangten. Diese Badeanstalt wurde 1898 aufgegeben und parallel hierzu, gegenüber dem Eichamt ein neues, von Irma Baur betreutes "Damen- und Mädchenbad, (am linken Donauufer gegenüber der Stadthalle) erbaut.
Bis zur Eröffnung des städtischen Familienfreibades im Jahre 1935 gab is im Bereich der Stadt noch weitere Badeplätze am Donauufer.
Da war einmal des "Herrenbades", daß sich am rechten Donauufer, in Höhe der Einfahrt zum jetzigen Campingplatz befand. Es bestand aus Umkleidekabinen und war mit einem Bretterzaun gegen Allzuneugierige abgesichert. Und auch das gewisse "Örtchen" fehlte nicht.
Auch nicht beim etwas weiter abwärts gelegenen "Bubenbad", daß sich etwas oberhalb der Baurischen Badeanstalt befand. Dessen Ausstattung lediglich aus einer wetterschützenden, nach vorne offenen Hütte und dem etwas abseitsgelegenen Plumpsklo bestand. Als Besonderheit - heute aus hygienischen Gründen undenkbar - befand sich dieses Bad unmittelbar vor der damaligen Stadtmiste, was jedoch den Badefreuden der Sigmariner Buben keinen Abbruch tat. Es gab an dieser Badestelle zeitweise sogar schon eine Aufsicht.
Alte Sigmaringer erinnern sich in diesem Zusammenhang wohl noch an den Kempter Franz. Ein Mannsbild wie ein Baum, braungebrannt und ein Sportler, der auch im Winter sein Bad nahm und wenn er sich zuerst ein Loch in die Eisdecke der Donau schlagen mußte. Auch Sigmaringens früherer Bürgermeister Karl Sträßle war zeitweise als Aufsicht im Bubenbad tätig. Er war es auch, der während seiner Amtszeit das städt. Familienfreibad erbauen ließ.
Zwischen Herren- und Bubenbad befand sich noch am anderen Donauufer das "Militärbad", daß von den Angehörigen der Unteroffiziersschule benutzt wurde.
Zwischen der Landesbahn- und der Bundesbahnbrücke, gegenüber des Kovikts, befand sich die Badeanstalt des, damals noch staatlichen Gymnasiums. Nach einer Skizze von Franz Ahrendt bestand es ebenfalls aus geschlossenen und offenen Umkleidekabinen, mit einem Bretterzaun gegen unliebsame Einsicht geschützt.
Über einen Steg kam man auf einen Holzrost mit Trepen, um in das Wasser zu gelangen. Selbst einen Sprungturm gab es in diesem Bad, in den Poldi Gayer, ein kleiner gedrungener Mann mit Pausbacken und tätowierten Armen, die Aufsicht hatte und wohl auch Schwimmunterricht gab.
Weiter donauabwärts gab es in der Mitte der Badstraße das "Mädchenbad", daß von der Wanner-Maiere" beaufsichtigt wurde. Auch hier die gleiche Ausstattung an Umkleideräumen, WC-Anlage und wohl auch ein paar Pfähle und Stangen um den Nichtschwimmerbereich abzugrenzen.
Und schließlich gab es noch das "Frauenbad". Weit ab von bewohnter Gegend, das nur durch einen weiten Weg über die Wiesen im Aispen erreicht werden konnte. Auch hier die bereits bekannte Ausführung, allerdings mit einem Verbotsschild, das Mädchen unter 14 Jahren den Zutritt verwerte.
Bürgermeister Karl Sträßle, selbst ein begeisterter Schwimmer, verwirklichte schon in den ersten Jahren seiner Amtszeit den Bau eines Familienbades. Dieses wurde am Donauufer im Bereich der "Pfannen" hinter der Buchhalde in nur dreimonatiger Bauzeit erstellt und schon Ende Juni 1935 eröffnet. Die offizielle Einweihung dagegen fand erst am Samstag vor "Peter und Paul", am 29. Juli deselben Jahres statt.
Aus einer ersten Pressebesprechung in der VERBO - Hohenzollerische Volkszeitung - vom 15. Mi 1935 entnehmen wir, daß eine Lindenhecke das glücklich gewählte Gelände an einem formschönen, reichgegliederten Terassenhang mit einer Lindenhecke umzeunt war. "Nieschen und schattenspendende Baumgruppen werden dafür sorgen, daß ideale Gelegenheiten für Luft- und Sonnenbäder entstehen. Derzeit wird der Badestrand geebnet und die Fundamente für das Gebäude ausgehoben. In ihm werden die Umkleidekabinen für die Schuljugend, der Kassenraum, die je zwölf Wechselkabinen für Männer und Frauen, dazwischen der Aufbewahrungsraum für die Kleider untergebracht werden. Eine daran anschließende offene Halle, soll später für je weitere acht Kabinen ausgebaut werden. Selbstverständlich war auch an eine Abortanlage gedacht. " Nach der, von der Stadtverwaltung erlassenen Badeordnung, war das Baden in der Donau ob sofort nur noch an der, von der Polizei zugelassenen Stellen - dem neuen Strandbad und zunächst im Frauenbad hinter der Badstraße - erlaubt. Ab sofort war das Baden im Herren-, Buben-, Gymnasial- und im Mädchenbad verboten.