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Geschichte des Stadtbusses

Erdgas Bus

Die Idee für ein verbessertes ÖPNV-Konzept in Sigmaringen wurde erstmals im Frühjahr/Sommer 1991 entwickelt. Die Zielsetzung war damals, ein Stadtbussystem auszuarbeiten, das flächendeckend die Bürger von Sigmaringen an die Innenstadt anbindet.

Konzessionsinhaber war und ist die KVB Sigmaringen GmbH, früher ein Eigenbetrieb des Landkreises Sigmaringen, heute steht die KVB GmbH im Eigentum der Fa. Bayer Reisen, Ehingen. Somit war es damals für die Stadtwerke nicht selbstverständlich einen neuen, eigenen Stadtbusverkehr aufzubauen. Da die Idee eines 30-Minuten-Takt-Linienverkehrs bei allen Beteiligten jedoch auf ein positives Echo stieß, erklärte sich der KVB bereit, die Stadtwerke Sigmaringen mit einer Betriebsübertragung für das Stadtbuskerngebiet Sigmaringen zum Unternehmer eines Stadtbusses zu ermächtigen. Mit der Ausführung des Stadtverkehrs wurde der Kreisverkehrsbetrieb Sigmaringen (KVB) beauftragt. Die Fahrpläne, Linienführungen und Tarife werden bis heute von den Stadtwerken festgelegt, die Ausführung obliegt nach wie vor der KVB GmbH.

Am 15. Februar 1992 war es dann soweit.

Zwei Midibusse, die extra für diesen Zweck beschafft wurden, bedienten zur Einführung vier Wochen kostenlos alle fünf Linien mit insgesamt 50 Haltestellen. Die endgültige Linienführung war von vielen Diskussionen und Kompromissen begleitet. Einerseits musste das Ziel, alle Wohngebiete anzudienen, eingehalten werden und andererseits lässt ein Halbstundentakt mit zwei Bussen nicht allzu viel Spielraum. Hinzu kamen verkehrstechnische Probleme. Nicht überall wo Straßen sind, durfte der Stadtbus fahren. Auch alle Schulen mussten angebunden werden. Treffen sollten sich die Busse an einem Rendezvous-Platz, der zentrumsnah liegen musste und an dem die Fahrgäste problemlos umsteigen konnten. Der Leopoldplatz drängte sich für diese Eigenschaft nahezu auf. Seitdem findet dort ca. alle ¼-Stunde ein reges Treiben statt.

Bushaltestelle

Die Niederflurbusse, liebevoll auch Midibusse genannt, sind wie geschaffen für einen Stadtbusverkehr. Mit 27 Sitz- bzw. 23 Stehplätzen
und der Möglichkeit problemlos ein- und auszusteigen, bot der Midibus optimale Bedingungen vor allem für ältere Menschen, Behinderte und Mütter mit Kinderwagen.

Um ein erfolgreiches Bussystem zu erzielen sind nicht nur die technischen und ablaufbedingten Punkte zu berücksichtigen, auch das optische Aussehen von Bussen, Fahrplänen und Fahrkarten spielt eine entscheidende Rolle. Die Stadtwerke schlugen diesbezüglich einen sehr fortschrittlichen Weg ein. Mit einem Logo (fahrender Stadtbus) sowie einer einheitlichen Gestaltung der Außenfront der Busse und Fahrkarten konnten die Stadtwerke die althergebrachten Meinungen über einen konservativen ÖPNV schnell in Begeisterung verwandeln.

Die Vielfalt der auf alle Personengruppen abgestimmten Fahrkarten und die zusätzlich günstigen Tarife führten schnell zu einer großen Akzeptanz bei der Bevölkerung. Nach einem halben Jahr konnten bereits 800 Fahrgäste pro Tag gezählt werden. Bereits im Jahr 1995 waren es 2.000 Fahrgäste pro Tag. Mittlerweile haben die Fahrgastzahlen beim vorhandenen Linienangebot einen Höchststand erreicht. Von den ca. 12.500 angedienten Einwohnern nutzen ca. 3.100 täglich den Stadtbus.

Neben den Einzelfahrscheinen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder wurden zu Beginn auch Wochenkarten angeboten. Für Dauerfahrgäste wurden mit Monatsfahrkarten oder Abonnementkarten interessante Lösungen gefunden. Mit dem Umweltpass zum Beispiel - übrigens die einzige übertragbare Jahresfahrkarte - sind beliebig viele Fahrten möglich. Soll jedes Familienmitglied eine eigene Fahrkarte haben, ist der Familienpass die Lösung. Jedes Mitglied erhält seine eigene Jahreskarte. Für Senioren wurde ein spezieller Quartalstarif eingeführt. Krönung des vielfältigen Fahrkartenangebots ist das Jobticket. Als Halbjahreskarte erfreut es großer Beliebtheit bei den Arbeitnehmern. Auf die monatlichen Raten gibt es von manchen Arbeitgebern sogar noch einen Bonus für die Mitarbeiter dazu. Abgerundet wird das Angebot durch ein spezielles Semesterticket für Studenten.

Wichtiger Bereich: Schülerverkehr

Mit zusätzlichen, eigens für diesen Zweck eingesetzten Schülerbussen wird das Stadtbussystem stark unterstützt. Die Tarife für die Schülermonatsfahrkarten werden für Schüler bis zum 12. Lebensjahr subventioniert. Die Stadtwerke können stolz von sich behaupten, dass dieser Zuschuss bis heute weitestgehend aufrechterhalten werden kann.

Auch die Fahrzeiten des Stadtbusses, Montag-Freitag 6.00 Uhr - 19.00 Uhr, Samstag bis 14.00 Uhr tragen bzw. trugen zu dem bereits erzielten Erfolg des Stadtbusses bei. Leider wurde das anfängliche Sonntagsangebot bei den Sigmaringer Bürgern nicht angenommen, so dass die Stadtwerke aus Kostengründen den Sonntagsbetrieb einstellen mussten. Aufgrund der großen und einfach gestalteten Fahrpläne mit graphischer Unterstützung kann jeder Fahrgast, auch unsere Kinder, auf den ersten Blick erkennen, wann und wohin sein Bus fährt.

Stündlich fahren die Busse ca. 100 km, pro Jahr sind dies über 350.000 km.

Aus diesem Grund kann sicherlich jeder verstehen, dass die Busse während den Betriebszeiten zum Auftanken, Reinigen und zur Wartung in den Betriebshof zurück müssen. Auch die Busfahrer brauchen ihre Pausen. Für diese „Ausfälle" werden sog. Überlandbusse des Kreisverkehrsbetriebs eingesetzt.

Da das Liniennetz eng gesteckt und die Zeiten auf ein Minimum ausgelegt sind, gibt es durch starkes Verkehrsaufkommen, durch Baustellen oder durch wetterbedingte Einflüsse hin und wieder Verzögerungen am Leopoldplatz. Um diese gelegentlich auftretenden Umsteigeprobleme zu entschärfen, wurden die Busse mit Funkgeräten ausgestattet. So sind situationsbedingt kurzfristige Absprachen zwischen den Fahrern möglich.

Bei einer großen Fahrgastumfrage im Januar 1994 gab es unter wenigen Kritikpunkten viel Lob für den Stadtbus. Verblüffend war das Ergebnis, „dass der Bürger mit dem Bus in der Regel schneller in der Innenstadt ist als mit dem Auto". Beispielsweise brauchte die Linie 2 mit einer Gesamtlänge von 5,9 km vom Leopoldplatz zum Krankenhaus und wieder zurück zur Innenstadt 18 Minuten. Durch eine geänderte Linienführung kann heute in der gleichen Zeit eine Gesamtlänge von 7,7 km angedient werden. Die lästige Parkplatzsuche fällt weg. Positiv aufgefallen sind bei der Umfrage die niederen Tarife im Vergleich zu anderen Stadtbusunternehmen.

Bushaltestelle

Die Stadtwerke Sigmaringen waren nach der „Probezeit" von 3 Jahren immerzu bestrebt, Verbesserungen im Stadtbussystem vorzunehmen, soweit dies der finanzielle Rahmen zugelassen hat. So wurden in der Vergangenheit zahlreiche Haltestellen mit Buswartehäuschen und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Auch hier war man wieder bemüht, das einheitliche Image des Stadtbusses zu wahren. Mit dem Stadtbuslogo auf der Scheibenrückseite der Wartehäuschen wurden die Bushaltestellen klar gekennzeichnet. Leider gibt es immer wieder Mitbürger die versuchen, die Stadtbushaltestellen durch Einbrennen von Löchern in die Fahrplanhüllen zu beschädigen. Aus diesem Grund wurden bei der Gestaltung Haltestelleninformationssäulen mit einem farbigen Liniennetzplan und einem Fahrplan mit wasser- und randalierungssicheren Elementen ausgestattet.

Da die Stadtwerke Sigmaringen einer der ersten Betreiber eines Stadtbusses in Deutschland waren, dient das System als Vorreiter für viele andere Gemeinden. Die Stadtwerke bekamen in der Vergangenheit jährlich zahlreiche Anfragen von der Schweiz bis Ostfriesland, mit der Bitte um Übersendung von Informationsmaterial. Auch waren bereits zahlreiche Delegationen in Sigmaringen, um den Stadtbus vor Ort kennen zu lernen.

Ausweitung des Stadtbusverkehrs auf den Stadtteil Laiz

Seit seiner Einführung wurde der Wunsch der Laizer Bürger nach einer Anbindung des Stadtbusses an Laiz immer stärker. Leider war diesem Wunsch nicht ohne Problem nachzukommen. Die Konzession für Laiz besitzt nicht nur der KVB sondern auch die Südbadengesellschaft in Radolfzell (SGB). Ein Eindringen in diesen Konzessionsbereich blieb 3 Jahre lang erfolglos. Nach zahllosen Verhandlungen gelang es den Stadtwerken Ende 1995 endlich eine Chance für die Anbindung von Laiz zu erarbeiten. Mit viel Mühe war es Anfang 1996 soweit, dass der Stadtbus Laiz mit der neu geschaffenen Linie 6 andienen konnte. Dieser Erfolg ist den Zugeständnissen und Kompromissen aller Beteiligten dieser Aktion zu verdanken.

Die Ansprüche an den Stadtbus stiegen und werden weiter steigen.

Aus diesem Grund wurden im Einzelnen immer wieder Linien optimaler gestaltet. So gut das System bereits ist, vereinzelte Wohngebiete können jedoch immer noch nicht angefahren werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden wurde vom Gemeinderat beschlossen, mit einem vierten Bus das Stadtbussystem zu erweitern. Um nicht nur eine neue Linie auszuarbeiten sondern auch Schwachpunkte, die das alte System noch immer hat, zu verbessern, wurde verwaltungsintern ein Stadtbusteam gegründet. Das alte System wurde dabei komplett überdacht. Im gleichen Schritt konnte eine neue Stadtbuskonzeption erarbeitet werden, die seit dem 09.10.2000 umgesetzt wird. Somit können nun beispielsweise das neue Wohngebiet Ziegelesch, die Kaserne, die Hochschule und die Liebfrauenschule angedient werden. Durch geringfügige Verschiebungen im Bereich der Abfahrtszeiten konnte eine Reduzierung der Wartezeiten erreicht werden.

Parallel hierzu werden nach und nach Haltestellen modernisiert. So konnten an den Haltestellen in Laiz die alten Fahrplankästen durch neue Arcus-Stelen ersetzt werden.

Im Oktober 2004 wurde das Fachmarktzentrum „In der Au" eröffnet. Durch diese städtebauliche Veränderung entstand der Wunsch nach einer Anbindung dieses Zentrums an den Stadtbus. Die neue Bushaltestelle „In der Au" wurde in den Fahrplan aufgenommen. Gleichzeitig wurde die bisherige Haltestelle „An der Brunnenstube" aufgelöst.

Umstieg auf Erdgasbetrieb

Nach einer erfolgreichen Testphase wurde mit der Beschaffung des ersten Erdgasbusses zum Schuljahresbeginn 2009/2010 beim Stadtbus ein neuer Weg eingeschlagen. Den Stadtwerken Sigmaringen gelang dadurch ein weiterer Schritt im Hinblick auf den Umweltgedanken im Betrieb. Um Kapazitätsengpässen entgegenzuwirken, wurde ein 12m-Bus beschafft. Ausgestattet mit Niederflurtechnik, Absenkfunktion beim Öffnen der Türen sowie großzügigen Stellflächen für Kinderwagen und Rollstühle, ermöglicht dieser Bus einen hohen Beförderungskomfort. Betankt wird der Bus an der stadtwerkeeigenen Erdgastankstelle.

Bus Fuhrpark

Seit Beginn des Monats September 2010 sind zwei weitere Erdgasbusse im Stadtbusverkehr im Einsatz. Die Stadtwerke Sigmaringen haben somit die vorhandenen Diesel-Stadtbusse komplett durch erdgasbetriebene Busse ersetzt. Die Gestaltung der Busse wurde modernisiert, so dass nun wieder alle Busse im gleichen Design im Stadtverkehr unterwegs sind.

Zukunft

Der Stadtverkehr in Sigmaringen ist durch den Umstieg auf Erdgas bestens für die kommenden Jahre aufgestellt. Die Stadtwerke sind auch weiterhin bestrebt das Stadtbussystem fortzuentwickeln, um nach und nach auch die hinzukommenden neuen bzw. die noch nicht angedienten bestehenden Gebiete Sigmaringens an den Stadtbus anzubinden und so den Wünschen der Bürger gerecht zu werden. Allerdings sind Ausweitungen im chronisch defizitären Betriebszweig „Stadtbus" regelmäßig auch hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem jährlichen Defizit zu bewerten.

 

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